United4 Health - UNIversal solutions in TElemedicine Deployment for European HEALTH care

 

Förderung/Förderbereich

EU Förderung für ICT PSP – ICT Police Support Programme
Förderbereich: Integrierte Versorgung, Disease Management Programme
 

Abstract/Projektziel

Ausgangspunkt
Im Rahmen einer RCT-basierten wissenschaftlichen Studie werden über drei Jahre die unterschiedlichen Betreuungs- und Behandlungsleistungen in einer europäischen Vergleichsstudie analysiert mit dem Ziel, neue Versorgungsstandards insbesondere mit Blick auf die Implementierung integrierter sowie technikbasierter Pflege- und Behandlungsformen zu entwickeln, um diese in einer kontrollierten Verlaufsstudie zu erproben und nachfolgend in die Regelversorgung zu transferieren.

Begründung
Die zunehmende Zersplitterung der Versorgungssegmente für die Betreuung von älteren und pflegebedürftigen Patienten verlangt nach neuen Versorgungsformen.

Hierzu wurden in den vergangenen Jahren die gesetzlichen und gesundheitsökonomischen Weichen gestellt
 

  • Besondere Versorgung (§ 140 a SGB V)
  • eHealth-Gesetz
  • Pflege-Stärkungsgesetz
  • Enlassmanagement (§ 39 Abs. 1a SGB V)
  • Modellvorhaben für die Delegation ärztlicher Leistungen an Pflege und Heilberufe (§ 63 3 c SGB V)


Lösung
Der U4H-Ansatz soll das integrierte Versorgungsmanagement für insbesondere pflegebedürftige und ältere Patienten auf eine innovative, vernetzte Grundlage stellen, indem die Informations- und Behandlungsprozesse der verschiedenen beteiligten Akteuere (Klinik, Fach- und Hausärzte, Pflegedienste, Therapeuten, soziale Dienstleister etc.) vernetzt und durch Case Management koordiniert werden.

Projektziel
Zur Validierung dieses neuen Versorgungsansatzes haben sich 15 unterschiedliche europäische Regionen mit ihren spezifischen Finanzierungsansätzen zusammengeschlossen, um für insgesamt 13.000 Patienten die medizinisch-pflegerischen Versorgungsbedingungen neu zu konzipieren und die dafür notwendige Rahmenbedingungen für den Transfer in die Regelversorgung zu schaffen. United4Health zählt somit zu den bislang größten  europaweit durchgeführten Studien für „Integrierte Versorgung“ und DMP. Für die wissenschaftliche Begleitforschung wurde ein multidisziplinäres Methodenset eingesetzt.

 

Länder

  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Italien
  • Norwegen
  • Polen
  • Schottland
  • Schweden
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechische Republik
  • Wales
     

Träger in Berlin   

Pflegewerk Managementgesellschaft
 

Teilnehmerzahl

Europa: 13.000 (Größte Studie in Europa),
Berlin: Studiengruppe - 350 Diabetes, 100 COPD; Kontrollgruppe - 200 Diabetes, 100 COPD
 

Intervention und Technikeinsatz

Unterschiedliche Interventionsansätze im Rahmen des Länder- und Systemvergleichs
 

  • Case und Care Management
  • Implementierung von Sektor übergreifende Versorgungspfade
  • Integrierte Dokumentationssysteme, elektronische Patientenakte, elektronischer Entlassbrief
  • Einsatz von TeleCare und Implementierung einer entsprechenden Infrastruktur 

 

Indikationen

  • COPD
  • Diabetes
  • Chronische Herzinsuffizienz

 

Einschlusskriterien

  • Chronische Erkrankung
  • Über 18 Jahre
  • Kognitive Fähigkeiten zum Selbstmonitoring, bzw. zur durch Angehörige unterstützten Anwendung
     

Ausschlusskriterien

Demenz, vollstationäre Versorgung
 

Kooperationspartner

  • FOM, Fachhochschule für Ökonomie und Management
  • Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung
  • DG Telemed, Deutsche Gesellschaft für Telemedizin
  • BKK VBU
  • EHTEL (European Healthcare Telematik)
  • Charité
  • Continua Health Alliance
  • Health Information Management SA (HIM SA)
     

Evaluation   

Die Evaluation umfasst folgende Bereiche
 

  • Validierung von Versorgungsleitlinien im Rahmen der Versorgungsforschung
  • gesundheitsökonomische Evaluation
  • Lebensqualitätsforschung
  • telemedizinischen Maßnahmen


Methodik
Multizentrische Studie mit radomisiertem Kontrollgruppendesign (RCT) mit Langzeitstudie in indikationsbezogenen Clustern mit den Untersuchungssektoren
 

  • Short-term follow up zur Krankenhausvermeidung- /verkürzung von COPD Patienten
  • Life-long Monitoring von Diabetespatienten
  • Remote Monitoring für KHK-Patienten


Erhebungsinstrumente für die Erfolgsmessung
 

  • SF 36 (Lebensqualität)
  • HADS (Versorgungssituation von Patienten mit COPD)
  • Clinical Indicators (Sturz, Krankenhausaufnahme etc.)
  • Kosten-Nutzenbewertung im Rahmen der gesundheitsökonomischen Evaluation
  • Monitoring der Vitalparameter und des Alarmmanagements
  • Erhebungsinstrumente für die Messung der Patientenzufriedenheit


Primary Outcomes: SF 36, Vitaldaten
Secondary Outcomes: Clinical Indicators, HADS Usability-Befragung

 

Zielsetzung/Projektimplementierung   

Die Studiendurchführung setzt sich aus folgenden Teilaufgaben zusammen
 

  • Implementierung von medizinischen Leitlinien für drei chronische Erkrankungen
  • Erarbeitung von spezifischen Pflegestandards insbesondere für das Entlassmanagement
  • Wirkung von Case und Care-Management
  • Frühzeitige Erkennung von pathologische Veränderungen insbesondere von Pflegebedürftigen und chronisch Kranken, um so die Eskalation im Krankheitsgeschehen zu vermeiden
  • Implementierung von Leitlinien für auf Telematik basierte Versorgungsprozesse
  • Vernetzung  der proprietären Informationsmanagementsysteme im Rahmen regionaler Versorgungsnetzwerke
  • Durchführung einer Marktanalyse und der darauf beruhenden Projektverstetigung in Form eines regionalspezifischen Businessplanmodells, das in Folge bundesweit repliziert werden kann
  • Politikberatung im Rahmen von Surveys und Regionalanalysen insbesondere mit Blick auf die zukünftige Finanzierung in der Regelversorgung.

 

Zeitraum   

2013-2016

 

Erfolgsbewertung der EU-Kommission

Studienumfang
U4H zählt für die EC zur bislang größten Studie für Case und Care Management sowie für integriertes Versorgungsmanagement.

Methodik
Es entstand ein methodenwissenschaftlicher Benefit innerhalb des Einsatzes von multiprofessionellen Interventionen in komplexen Versorgungsstudien.
Der Methodenansatz von MAST, der zunächst bis 2015 in das EU Projekt Renewing Health eingesetzt wurde, konnte bestätigt werden als valides Evaluationsinstrument für den Wirksamkeitsnachweis in komplexen telemedizinischen Interventionen. 

Wirksamkeit
Die erhofften Effekte von Case und Care Management konnten größtenteils nachgewiesen werden. Der Einsatz von Telemonitoring für die drei Indikationen wird seitens der EC als neue Behandlungsform für die Mitgliedsländer empfohlen und soll in den nationalen Gesundheitssystemen umgesetzt werden.

 

Zusammenfassende Studienergebnisse

  • signifikante Reduzierung  von Krankenhausaufnahmen und die Verweildauerverkürzung
  • Gesundheitsökonomische Effekte
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Verbesserung des Gesundheitsstatus der überwiegenden Mehrzahl der Patienten über den Nachweis der clinical indicators
  • Telematik basierte Interventionen von Selfmonitoring können aufgrund des Entwicklungsgrades und des technischen Designs selbst bei kognitiven Einschränkungen von Patienten und ihren Angehörigen problemlos eingesetzt werden.

 

Veröffentlichungen

  • Abschlussbericht der EU Kommission mit Empfehlungen (in Erarbeitung)
  • Fachbeiträge
  • Buchveröffentlichungen

     

Veröffentlichungen

Video
 

EU-Webseiten
 


Print
 

  • Götze, A. und Ollnow, K.: Telemedizin im modernen Gesundheitsmarkt. Marktchancen, Zielgruppen und deren Akzeptanz am Beispiel von Telemonitoring. Wissenschaftliche Schriftenreihe der Unternehmensgruppe Pflegewerk Band 4. Berlin, 2012. Buch ansehen und bestellen.