RENEWING HEALTH - REgioNs of Europe WorkINg together for HEALTH

 

Förderung/Förderbereich

EU Förderung für ICT PSP – ICT Police Support Programme Förderbereich Telemonitoring
 

Abstract/Projektziel

Ausgangspunkt
Zunehmende Versorgungsprobleme von älteren und pflegebedürftigen Patienten in der Fläche und im Rahmen der intensiven Nachsorge nach dem Krankenhausaufenthalt bedürfen innovativer Behandlungsstrategien.

Der Renewing-Health-Ansatz soll das Versorgungsmanagement für insbesondere pflegebedürftige und ältere Patienten auf eine völlig neue, innovative Basis stellen, indem Teile des Behandlungsprozesses von einer institutionellen Umgebung der Akutversorgung in eine häusliche Pflege- und Behandlungsumgebung übertragen werden (außerklinische Versorgung). Dies erfolgt bei gleichbleibender oder besserer Pflege- und Lebensqualität, wobei durch Vernetzung die Ressourcen im Gesundheitswesen effizienter genutzt werden sollen. Dieser Ansatz dient als Beitrag eines Paradigmenwechsels im Gesundheitswesen.

Projektziel
Zur Validierung dieses Ansatzes haben neun unterschiedliche europäische Regionen mit 21 Teilprojekten in Abhängigkeit von den je spezifischen gesundheitlichen Bedingungen neue Anforderungen für insgesamt mehr als 7.000 Patienten an die medizinisch-pflegerischen Versorgungsbedingungen konzipiert und die dafür notwendige Umgebung mit unterschiedliche Telematik basierten Dienstleistungsarten entwickelt. Im Verlauf des Projekts sollen in den neun Regionen die Interventionen validiert und nachfolgend das neuartige Versorgungsmodell in die Regelversorgung transferiert werden.

Renewing Health zählt somit zu der bislang größten europaweit durchgeführten Studien für Telemonitoring. Für die Evidenzgenerierung wurde im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung ein neuer Methodenansatz zur Bewertung von telemedizinischen Anwendungen mit dem Methodenset MAST (Model for Assessment of Telemedicine applications) entwickelt. Auch das Case- und Netzwerkmanagement stellt bislang keine Regelleistung dar, sondern ist in diversen Einzelvorschriften zu finden.

 

Länder

  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Italien
  • Schweden
  • Spanien
  • Österreich
  • Finnland
  • Nordnorwegen

Berlin   

Pflegewerk Managementgesellschaft
 

Teilnehmerzahl

Europa: 7.000 (Größte Studie für Telemedizin in Europa),
Berlin, Pflegewerk: Studiengruppe - 300 Diabetes, 100 COPD; Kontrollgruppe - 150 Diabetes, 100 COPD
 

Technik

Vergleichbare Investitionen für die Telematikinfrastruktur für die Projektländer
 

  • Vitalmonitoring: Vitalsensoren (Waage, Blutdruck,  Pulse/Oximeter,  Asthmamonitor, Glucometer, EKG)
  • Smartphone basierte mobile, teils aber auch stationäre (Setup-Box) Datenübertragung
  • Optional: Videokommunikation zwischen Arztpraxen, Klinik, mobile Dienste, Koordinierungsstelle
  • Optional: elektronische Patientenakte 

 

Indikationen

  • COPD
  • Diabetes
  • Chronische Herzinsuffizienz

 

Einschlusskriterien

  • Chronische Erkrankung
  • Über 18 Jahre
  • Kognitive Fähigkeiten zum Selbstmonitoring, bzw. zur durch Angehörige unterstützten Anwendung
     

Ausschlusskriterien

Demenz, Heimbewohner
 

Kooperationspartner

  • TU Berlin, FB Gesundheitsmanagement
  • Land Berlin, TSB
  • Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung
  • BMC e.V.
  • DG Telemed, Deutsche Gesellschaft für Telemedizin
  • Deutsche Gesellschaft für Chronisch Kranke
  • VWA Berlin, Studiengang Gesundheitsökonomie
  • AOK Berlin
  • EHTEL (European Healthcare Telematik)

 

Evaluation   

Ziel
Erfolgsmessung und Evaluation der telemedizinischen Maßnahmen (Evaluation der Lebensqualität, Gesundheitsökonomische Evaluation, Versorgungsforschung)

Im Detail
Radomisiertes Kontrollgruppendesign (RCT) im Rahmen der Versorgungsforschung mit Langzeitstudie in 6 ClusternGrundlage: Versorgungsleitlinien

Primary Outcomes: SF 36, Vitaldaten
Secondary Outcomes: Clinical Indicators, HADS Usability-Befragung

Methodologie

Erprobung des Methodensets MAST (Model for Assessment of Telemedicine applications), das für sieben Bereiche durchgeführt wurde
 

  • Bereich 1: Beschreibung des Gesundheitsproblems und Anwendungsmerkmale
  • Bereich 2 und 3: Klinische Ergebnisse und Sicherheit
  • Bereich 4: Ansichten der Patienten
  • Bereich 5: Wirtschaftliche Aspekte
  • Bereich 6: Organisatorische Aspekte
  • Bereich 7: Soziokulturelle, ethische und gesetzliche Aspekte


Erhebungsinstrumente für die Erfolgsmessung
 

  • SF 36 (Lebensqualität)
  • HADS (Versorgungssituation von Patienten mit COPD)
  • Clinical Indicators (Sturz, Krankenhausaufnahme etc.)
  • Monitoring der Vitalparameter und des Alarmmanagements
  • Kosten-Nutzenbewertung im Rahmen der gesundheitsökonomischen Evaluation
  • Erhebungsinstrument für die Patientenzufriedenheit

 

Zielsetzung/Projektimplementierung   

Die Leistungen des Projektes setzen sich aus folgenden Teilaufgaben zusammen
 

  • Pathologische Veränderungen insbesondere von Pflegebedürftigen frühzeitig erkennen, um Eskalation im Krankheitsgeschehen vermeiden
  • Medizinisches Versorgungsmanagement von ambulanten älteren Patienten leitliniengestützt verbessern
  • Implementierung von Leitlinien für Telematik basierte Versorgungsprozesses
  • Verbesserung der außerstationären Versorgung
  • Erprobung von Telemonitoring insbesondere für ältere, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen unter laufender Kontrolle der Vitalparameter und des Alarmmanagements
  • Einsatz eines zentralen Datenportals für die Verlaufsbeobachtung, die zentrale Dokumentation (Messwerte/Variablen der Umfeldsensoren) und das Alarmmanagement
  • Informationsvernetzung  mit dem Fokus auf regionale Netzwerke
  • Erprobung eines neuen, mehrdimensionalen Methodensettings
  • Marktanalyse und Planung der Projektverstetigung im Rahmen eines regionalspezifischen Businessplanmodells, das bundesweit repliziert werden kann
  • Politikberatung im Rahmen von Surveys und Regionalanalysen insbesondere zur Finanzierung über die Regelversorgung
     

Zeitraum   

2011-2013; 1 Jahr Projektverlängerung durch die EU

 

Erfolgsbewertung der EU-Kommission

  • Renewing Health zählt für die EC zur bislang größten telemedizinische Studie in Europa
  • Der Methodenansatz von MAST konnte als valides Instrument für den Wirksamkeitsnachweis von telemedizinischen Interventionen erfolgreich erprobt werden.
  • Die erhofften Effekte von Telemonitoring konnten größtenteils nachgewiesen werden.
  • Der Einsatz von Telemonitoring für die drei Indikationen wird seitens der EC als neue Behandlungsform für die Mitgliedsländer empfohlen und soll in den nationalen Gesundheitssystemen umgesetzt werden.

 

Zusammenfassende Studienergebnisse

  • Telematik basierte Interventionen von Selfmonitoring können aufgrund des Entwicklungsgrades und des technischen Designs selbst bei kognitiven Einschränkungen von Patienten und ihren Angehörigen problemlos eingesetzt werden.
  • Gesundheitsökonomische Effekte sind durch die signifikante Reduzierung  von Krankenhausaufnahmen und die Verweildauerverkürzung erkennbar.
  • Die Lebensqualität konnte anhand der von SF 36 deutlich verbessert werden.
  • Anhand der klinischen Merkmale konnte nachgewiesen werden, dass sich der Gesundheitsstatus in der Mehrzahl der Studienteilnehmer verbessert hat.

 

Veröffentlichungen

  • Abschlussbericht der EU Kommission mit Empfehlungen
  • Diverse Fachbeiträge
  • Buchveröffentlichungen

     

Veröffentlichungen

Video
 

EU-Webseiten
 


Print
 

  • Projektdokumente
     
  • Götze, A. und Ollnow, K.: Telemedizin im modernen Gesundheitsmarkt. Marktchancen, Zielgruppen und deren Akzeptanz am Beispiel von Telemonitoring. Wissenschaftliche Schriftenreihe der Unternehmensgruppe Pflegewerk Band 4. Berlin, 2012. Buch ansehen und bestellen.


     
  • Giannakopoulos, Georgios: Integriertes Versorgungsmanagement in der Pflege für Diabetes-Patienten (DMP) 2012-2014, Band 8: Wissenschaftliche Schriftenreihe der Unternehmensgruppe Pflegewerk.



     
  • Greuèl, M. und HIS: "eHealth Conference 2010. Dokumentation der Veranstaltung vom 14. und 15. September 2010 in Hannover." In: GVG Schriftenreihe, Band 68. S. 130-133. Köln, 2011.