Das Wannen- und Duschbad

 

 

Sobald der Zustand des Patienten es erlaubt, sollte er einmal pro Woche baden.

Hierbei unterscheidet man:


1. das Reinigungsbad
2. das therapeutische Bad
 

Beide können durchgeführt werden als

 

  • Vollbad
  • Sitzbad 
  • Duschbad
  • Arm-, Hand- oder Fußbad
  • Bewegungsbad

und zwar, mit Ausnahme des Bewegungsbades, auch Zuhause.

 

Das Arm-, Hand- oder Fußbad kann im Rahmen der Ganzkörperwäsche im Bett erledigt werden. Das Sitzbad wird als therapeutisches Bad bei Erkrankungen im Genitalbereich angewendet.

 

Das Duschbad 

 

Es hat seinen Sinn auf die beste Art erfüllt, wenn der Kranke sich gepflegt, erfrischt und in seinem Wohlsein unterstützt fühlt.
 

Die Vorteile des Duschens

 

  • Die Hautdurchblutung und die Körperfunktionen werden durch das fließende Wasser angeregt
  • Duschen ist hautschonender als das Baden
  • Es ist eine einfache Möglichkeit zur Reinigung bei Inkontinenz
  • Die Haarwäsche kann hierbei einfacher durchgeführt werden
  • Es stellt eine geringere Kreislaufbelastung dar als das Vollbad

Sofern der Kranke sitzen oder stehen kann, ist dem Bad aus hygienischen Gründen das Duschen vorzuziehen. Die Dusche fördert und unterstützt auch die Selbstpflege. Bei zweckmäßiger Einrichtung des Bades kann der Kranke seine Körperpflege bei leichter Unterstützung selbständig durchführen. Wechselduschen wirken durchblutungsfördernd. Man läßt abwechselnd warmes und kaltes Wasser über die Haut fließen. Begonnen wird mit warmem Wasser, abgeschlossen mit kaltem.
 

Vorbereitung des Umfeldes 

 

  • Informieren Sie Ihren Angehörigen über Ihr Vorgehen und fragen Sie immer wieder nach seinen Wünschen.
  • Das Badezimmer ist angenehm zu temperieren, Fenster sind zu schließen. Beim Duschen bleibt die Badezimmertür geschlossen.
  • Für eine rutschfeste Unterlage am Boden der Duschwanne sowie vor der Badewanne ist zu sorgen.
  • Aus Gründen der Sicherheit sind Haltegriffe an den Wänden und an der Badewanne sehr hilfreich.
  • Kranke, die nicht sicher stehen können, benötigen einen Plastikstuhl in der Duschwanne. Dieser muß mit rutschfesten Gumminoppen versehen sein.
  • Dusch- und Schutzfolien ermöglichen ein problemloses Duschen und Baden auch mit Gips, Verbänden oder bei Hautkrankheiten. Unter Umständen erfüllt eine mit Pflaster abgeklebte Platiktüte den gleichen Dienst.

Legen Sie alle notwendigen Pflegeutensilien sowie frische Wäsche bereit

 

  • Badetuch vorwärmen
  • Zwei frische Waschlappen sowie gegebenenfalls gesonderte Waschlappen für den Genital und Analbereich
  • Zwei bis drei Handtücher, ein Badetuch
  • Waschzusätze: Seife, Waschlotion

Das Einseifen kann mit einem an der Kordel befestigten Stück Seife erleichtert werden. Eventuell benötigen Sie eine Schutzschürze als Nässeschutz. Diese sind aus Kunststoff als Einwegmaterial im Sanitätsfachhandel erhältlich.

 

  • Legen Sie Haarshampoo, Kamm und Haarbürste bereit. Halten Sie den Fön jedoch außerhalb des Naßbereiches oder bringen Sie ihn nicht mit ins Bad.
  • Je nach Hautzustand wird eine Hautcreme oder eine Körperlotion benötigt
  • Unterstützen Sie den Kranken nach Bedarf beim langsamen Aufstehen und begleiten Sie ihn ins Bad.
  • Entkleiden Sie den Patienten und helfen Sie ihm, sich sicher auf den Duschstuhl zu setzen.
  • Stellen Sie die gewünschte Wassertemperatur ein.

 

Vorgehensweise 

 

Die Haarwäsche kann während des Duschens erfolgen. Sinnvoll ist es, das Haar zum Schluß zu waschen.

 

1. Gesicht, nach Wunsch ohne Seife
2. Hals und Ohren (bei Verwendung von Seife zusammen mit dem Gesicht)
3. Arme und Hände
4. Brust und Bauch
5. Rücken
6. Beine


Nun eventuell Handschuhe anziehen, den Kranken aufrichten und auf dessen sicheren Stand achten.

 

7. Genitalbereich
8. Analbereich

 

Großes, vorgewärmtes Badetuch um die Schultern des Patienten legen. Für das Haar wird ein kleineres verwendet.

Der Kranke nimmt beim Abtrocknen am besten eine Sitzposition ein. Auf dem Weg zum Zimmer empfiehlt es sich, den Kranken in einen Morgenmantel zu kleiden. Erst im Zimmer wird er eingecremt und dann bekleidet. Ist dies geschehen, so ist das Haarfönen an der Reihe. Erst am Ende wird aufgeräumt.

 

 

Das Wannenbad

 

Das Wannenbad ist eine wichtige pflegende und therapeutische Maßnahme. Es hebt das psychische und körperliche Wohlbefinden. Das warme Wasser wirkt beruhigend und entspannend. Es belebt den Kreislauf und den Stoffwechsel. Wichtig ist, daß immer eine Person auch bei selbständig badenden Kranken in der Nähe ist.

Aus Gründen der Rücksicht ist zu häufiges oder zu langes Baden zu vermeiden. Höhere Temperaturen des Badewassers führen zu Kreislaufbelastungen. Insbesondere Herzkranke werden hierdurch gefährdet. Für Herzkranke empfiehlt sich zur Kreislaufschonung ein Halbbad von kurzer Dauer. Ein Vollbad sollte nicht nach dem Essen durchgeführt werden. Es empfiehlt sich eine Wartezeit von zwei Stunden.

 

 

Badewannensitz und Badewannenlift

 

Vorbereitungen und Durchführung

 

Das Vorgehen gleicht dem des Duschbades.

 

Zusätzlich erfolgt

  • Badewasser einlaufen lassen. Die Behaglichkeitstemperatur liegt bei 35 bis 38 Grad
  • Der Kranke sollte vor dem Baden Blase und Darm entleeren
  • Badezusätze werden nach Anordnung oder Wunsch angewandt

 

Hilfestellung beim Einsteigen in die Badewanne

 

1. Vom seitlichen Wannenrand

 

  • Der Patient sitzt auf einem Hocker neben der Wanne (wenn möglich in Höhe der Badewanne)
  • Beine über den Wannenrand heben und mit dem Gesäß auf den Wannenrand rutschen
  • Nun ins Wasser gleiten lassen


Zum Hinaussteigen aus der Badewanne
 

  • wieder auf den Wannenrand setzen, dann beim Platznehmen auf dem Hocker behilflich sein


2. Vom hinteren Wannenrand

 

  • Man fährt den Patienten mit einem Toilettenstuhl bis ans Badewannenende (Kopfteil), oder der Patient wird dort auf einen Hocker gesetzt
  • Die Beine über den hinteren Rand der Wanne heben
  • Der Kranke rutscht auf den hinteren Wannenrand und gleitet dann allein oder mit Hilfe ins Badewasser
  • Haltegriffe an Badewannen bieten zusätzlich Sicherheit 

Das Ein- und Aussteigen bei schwerstbehinderten Kranken kann mit speziellen Patientenhebern oder mit zwei Personen ermöglicht werden.

 

Das Bad sollte nicht länger als zehn bis fünfzehn Minuten andauern. Die Kreislaufsituation des zu Pflegenden ist zu überwachen. Kontrolle von Hautfarbe und Puls ist unabdingbar. Klagt ein Kranker während des Badens über Unwohlsein, so ist das Bad sofort zu beenden. Es ist wichtig, dem Hilfsbedürftigen das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

 

Reihenfolge des Waschens wie beim Duschbad.

 

Badezusätze

 
Natürliche Badezusätze wirken dank ihres Gehaltes an ätherischen Ölen wohltuend für Leib und Seele. Die Drogerien bieten heute eine große Auswahl an. Sie eignen sich als Zugabe zum Waschwasser sowie als Bade- und Duschzusatz.


Werden sie therapeutisch genutzt, spricht man von Aromatherapie. Die ätherischen Öle entfalten ihre Wirkung durch Inhalation oder durch die Haut bei speziellen Massagetechniken und bei der Körperpflege.

Normalerweise kommen die ätherischen Öle nicht in konzentrierter Form zur Anwendung, sondern es wird ein Basisöl als Träger benutzt, um sie auf den Körper zu übertragen. Durch die obere Hautschicht gelangt die Wirksubstanz ins Blut und damit in sämtliche Organsysteme. In erster Linie dienen sie dem Wohlbefinden und der Entspannung.